Detail der Verpackung der Gelben Sorte um 1925 Hans Domizlaff Archiv - Frankfurt am Main
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Detail der Verpackung der Gelben Sorte um 1925
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Lebenslauf -- kurzer Abriß

Daten und Stationen eines bewegten Lebens. Ursprünglich veröffentlicht im Rahmen des HORIZONT-Specials zu Hans Domizlaff im Oktober 1992. Neu zusammengestellt und aktualisiert für diese Site im Oktober 1998.

1892

Geboren am 9. Mai in Frankfurt am Main in der Adlerflychtstraße 16 als Hans Wilhelm Domizlaff. Vater: Georg Domizlaff, Post-Inspector bei der Oberpostdirektion in Frankfurt. Mutter: Katharina, geborene Boeter Tönnies (1866-1944)

1896

Umzug der Familie nach Erfurt.

1906

Untersekunda in Leipzig, Realgymnasium, "Petrischule". Dort erster Unterricht bei Prof. Fedor Flinzer im Zeichnen.

1908

Erstes Zusammentreffen mit Max Klinger. Besuch im Atelier auf Initiative des Vaters.

1911

Erste praktische Segler-Erfahrungen auf der Flensburger Förde. Sommer in Paris. Reisen durch die Normandie und Bretagne. Reifeprüfung und Abitur in Eilenburg.

1912

Studium der Malerei, Philosophie und Mathematik in Paris. Gründung des Vereins "Leipziger Jahresausstellung (LIA)" unter dem Vorsitz von Max Klinger. März/April: Erste öffentliche Ausstellung auf der 1. LIA im Städtischen Kaufhaus Leipzig. Trifft in Paris zuerst Pascin. Bildet dann mit Modigliani, Wyler, Richard Bloos, De Horn und Susmann eine Gruppe im Cafe de la Rotonde. Freundschaft mit Madame Bing, Frau von Henri Bing, Zeichner des Simplicissimus. Trifft Maria Vasilieff und in deren Atelier Fernand Leger.

1913

Sommer in England.

1914

Ende Februar Abreise aus Paris nach Spanien und Marokko. Im Juli Rückreise von Spanien nach Deutschland. Private Fliegerausbildung bei Ernst Schmidt, "Sachsen-Doppeldecker"-Bau. Im Dezember Absturz bei einem Flugzeugtest. Studium der Kunstgeschichte bei Prof. Schmarsow, Leipzig.

1915

Inszeniert "Woyzek" von Georg Büchner in Leipzig. Erste vollständigere Fassung der "Analogik". Manuskript bei Prof. Franz Eulenburg, Berlin.

1916

Februar: Kriegsfreiwilliger in der Flieger-Ersatzabteilung V, Hannover.

1919

Lernt im Mai Walter Gieseking kennen. Arrangiert ein Klavierkonzert. Bühnenbildner in der Theaterwerkstätte am Schauspielhaus.

1920

Inszenierung von Büchners "Dantons Tod" am Volkstheater in Leipzig. Erste Arbeiten als Gebrauchsgrafiker. Am 4. Juni stirbt Max Klinger. Domizlaff hatte Klinger noch portraitieren wollen, doch dieser lehnt ab. Beginnt die Mitarbeit im Atelier der Wezel & Naumann AG. Entwickelt erste Werbemittel für die Schuhfabrik Lingel in Erfurt. Einrichten und Dekorieren von Messekojen.

1921

Trifft auf der Frühjahrsmesse Phillip Reemtsma. Gutachten über Werbemaßnahmen für die Zigarettenfabrik Reemtsma, Erfurt. Wird Mitarbeiter, später Teilhaber. Mitte Mai Kreation der ersten "R6" in zwei Tagen und Nächten. Bringt den Begriff Markentechnik für seine Arbeit in Umlauf, um sich von der üblichen Reklame abzuheben. Entwickelt die Marken R6 (1921-23), Erste Sorte, Gelbe Sorte, Senoussi, die zweite R6 (1932-43), Ernte 23 und Ova (1925), sowie das Erscheinungsbild der Firma Reemtsma.

1925

"Ova" und "Ernte 23" entstehen.

1926

1. Reise mit der Yacht Dirk II nach Norwegen.

1927

Erwerb des Heidehof Bronckhorst bei Egestorf in der Lüneburger Heide. Für das Haus Söhnlein entsteht die Marke "Söhnlein Brut"

1928

Werbetechnische Beratung für Max Schmeling.

1930/31

Erwerb der Yacht Dirk III.

1931

Mit Erich Laeisz testet er Starboote auf der Alster.

1932

Brief Ullsteins an Domizlaff. Ullstein habe ihn bei Mitgliedern der Regierung als "Werbeleiter des Deutschen Reichs" vorgeschlagen. Im Herbst Gespräche mit Reichskanzler Brüning und Prälat Kaas in dieser Angelegenheit, die allerdings ohne Konsequenzen bleiben.

1933

Erste Kontakte zu Carl Friedrich v. Siemens. Wird als Berater des Hauses Siemens von Siemens engagiert. Für das Haus Siemens entwickelt er den damals so genannten "Siemens-Stil", der später prägend wurde für eine Reihe von Corporate Design. Später: die Staubsaugermarke Rapid, das Kammermusikgerät, eine Art Tastentelefon, das Wort- und Bildzeichen für die Deutsche Grammophongesellschaft und ist in diesem Bereich beteiligt an der Konzeption für die Archiv-Produktion.

1938

Briefwechsel mit Ernst Barlach. Übernimmt die Werbeleitung der Firma Siemens.

1939

Im Auftrag des Norddeutschen Lloyd Reise mit dem Passagierschiff "Gneisenau" nach Asien. Hongkong, Bali, Bangkok und Birma sind die Ziele. Nach seinem Gutachten wird der Bau einer neuen Generation von Passagierschiffen geplant.

1940

Ernte 23 wird aus versorgungstechnischen Gründen eingestellt.

1942

Februar bis April: Das Manuskript "Brevier für Könige" entsteht und wird als geheimer Privatdruck an Freunde verteilt.

1943

Wird Vorsitzender im Vorstand des Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide bis 1953.

1946

Internierung in englischen Lagern aufgrund von Denunziation. Große Teile des Naturschutzparkes gehen trotz zäher Verhandlungen mit den britischen Militärbehörden als Truppenübungsgelände verloren. Exposé über die Einrichtung eines "Forschungsinstitutes für angewandte Musikwissenschaft". Am 11. Oktober Gründung der Archiv-Produktion zusammen mit Ernst von Siemens, S. Janzen und H. Haertel. Hans Domizlaff lernt über die Deutsche Grammophon den Dirigenten Herbert von Karajan kennen. Es entwickelt sich eine langjährige Freundschaft und ein reger Briefwechsel.

Um 1947/48

Im Briefkontakt mit dem emigrierten ehemaligen Reichskanzler Dr. Heinrich Brüning. In Schnede/ Salzhausen baut er eine landwirtschaftliche Versuchsanstalt auf (unter anderem mit der größten Forellenzucht Europas). Gespräche mit Axel Cäsar Springer auf dem Heidehof über dessen erste verlegerische Vorhaben.

1949

Nimmt auf Vorschlag von Sir Herbert Read an einer Tagung in Oxford teil. "Welche Motive bewegen den Menschen auf seiner Suche nach Freiheit?".

1953

Wird Ehrenvorsitzender des Verein Naturschutzpark

1954

Das Institut für Markentechnik, industrielle Formgebung und markentechnische Versuchsanlagen wird im Gebäude Elbchaussee 189 eingerichtet und besteht bis 1971.

1956

Frühjahr: Neuauflage "Ernte 23". Verkauf der vor dem 2. Weltkrieg errichteten Heidesternwarte nach Bremen an die Volkssternwarte der Olbers-Gesellschaft. Trennung von Philip Reemtsma. Ende der 50er Jahre zeichnet und konstruiert er die "Triglaff", mit der er später hauptsächlich im Mittelmeer segelt.

1964

Jahresende: Zusammentreffen mit Johann Wolfgang Langguth, Traben-Trarbach. Entwickelt für Langguth den Markenwein "Medinet".

1965

Im Oktober Referat auf der Tagung der Dekanatsobmänner für Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau im Dominikanerkloster in Frankfurt/M.

1966

Trifft mit Paul W. Meyer zusammen. Reger Briefwechsel bis zum Tode.

1967

Zu seinem 75. Geburtstag erscheint der von Paul W. Meyer (GfK) herausgegebene Band: "Begegnungen mit Hans Domizlaff".

1969

Goldmedaille des Bayerischen Werbefachverbandes.

1970

Zusammen mit Paul W. Meyer plant er Führungsseminare über Markentechnik.

1971

Hans Domizlaff stirbt am 5. September in Hamburg. Begräbnis in Egestorf. Bis zu seinem Tod bestand das "Institut für Markentechnik" in der Elbchaussee 189.

aus: HORIZONT, Nr. 42, 16. Oktober 1992, S. 73.

Zusammengestellt von Peter Sumerauer, Frankfurt am Main, Stand: Oktober 1998.

 
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