Manuskript von Hans Domizlaff um 1937 Hans Domizlaff Archiv - Frankfurt am Main
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Manuskript von Hans Domizlaff um 1937
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Gerd Gerken:

Trance-Märkte.

Trance Märkte

Gerd Gerken hat ein weiteres Mal das Kaleidoskop seiner Sprach- und Fabulierkunst gedreht, und ein weiteres Mal weiß man als Rezensent nicht, was darüber in aller Freundlichkeit noch zu berichten sei.

Was Gerken von vermeintlichen Märkten in Trance und ihrer Wirkung auf Marken berichtet, weiß der Kenner -- auch nach nur flüchtigem Studium -- aus seinen früheren dickleibigen Büchern. Immerhin ist der Seitenumfang reduziert auf ein erträgliches Maß für in der Praxis der Markenunternehmen stehenden Menschen. So gesehen könnten wir das Buch dem geneigten Leser als eine Zusammenfassung der Gerken'schen Theorien empfehlen.

Gegen alle Erfahrung in der Markenführung, behauptet Gerken, daß eine Marke nicht länger mit Verläßlichkeit und Vertrauen operieren sollte, sondern sogar ihre klare Form und Berechenbarkeit aufgeben sollte, um im Tausch dafür "Magie zu erwerben". Magie sei nichts anderes als ein "Code für eine gesteigerte, subjektive Bedeutsamkeit". Dieser Code würde vom Gehirn der Konsumenten hergestellt. Er bezieht sich damit auf die Theorie des "impliziten Lernens" des Neuroforschers Donald Hebb.

Dem ist eigentlich nur entgegenzuhalten, daß die Konsumenten häufiger ganz sicher ihr Portemonnaie beim Erwerb von Marken einsetzen, aber im Gegensatz zu Produktmanagern bestimmt Wichtigeres mit ihrem Gehirn anzufangen wissen, als sich immer wieder neu mit Marken auseinanderzusetzen. sum.

Gerd Gerken: Trance-Märkte. Metropolitan, 1998. 346 Seiten, DM 98,--.

Lebensmittel Zeitung, Nr. 42, 16. Oktober 1998, S. 76

 
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