Manuskript von Hans Domizlaff um 1937 Hans Domizlaff Archiv - Frankfurt am Main
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Manuskript von Hans Domizlaff um 1937
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Von Internauten und Cybergurus

Profit im Internet - Die digitale Revolution - 24 Stunden im 21. Jahrhundert

Falls Sie wissen, wo diese Spezies zu finden ist, gehören Sie schon nicht mehr zu den "Newbies". Wenn Sie aber noch nicht wissen, wo im Internet die Temperatur des Badewassers bzw. der Inhalt des Kühlschranks von Paul Haas, Ypsilanti, Michigan, abzurufen ist, sollten Sie sich den klassischen Backup auf Papier hier downloaden (ca. 6,4 KByte):

Was dem heutigen unbefangenen Nutzer des Internet lediglich als ein technisches Problem erscheint, hat vor fast zwei Jahren in der vernetzten Welt des Cyberspace für nicht wenig Aufruhr und zu einer mit fast religiösem Fanatismus ausgetragenen Diskussion geführt: Ob das Internet dazu verwendet werden darf, Geld zu erwirtschaften und als Marketing-Instrument zu dienen.

Bei dem Autorenpaar Laurence Canter und Martha Siegel handelt es sich um echte Pioniere in Sachen Online-Werbung, Marketing und Verkauf im Internet. Deshalb ist ihr Titel "Profit im Internet" ein Erfahrungsbericht, wie er lehrreicher nicht sein könnte. Außerdem wird er jedem Anfänger und Neuling in Sachen Internet die Unschuld und die Unwissenheit nehmen.

Der "Schritt-für-Schritt-Führer in die Welt des Internet" will Geldquellen in jedem Bereich aufzeigen, der sich kommerziell auswerten läßt. Der reiche Schatz an Erfahrungen wurde auf dem amerikanischen Markt zusammengetragen. Deshalb wurde der deutschen Ausgabe ein Anhang mitgegeben, der Beispiele von Usergroups, Internet-Provider in Deutschland und ein Glossar enthält.

Sympathisch an den Autoren ist, daß sie jedem Wagemutigen genausoviel Unerfahrenheit unterstellen wie sie an sich selbst erlebt haben, und daß es keine Schande ist, nichts zu wissen, wenn man Anfänger ist.

Sie haben sich als Autoren der Mühe unterzogen, darzustellen, welchen technischen und menschlichen Widrigkeiten ihnen auf ihrem Weg online - und off-line! - begegneten. Darüber hinaus erläutern sie technische Begriff mit dem knappen Vokabular desjenigen, der genau weiß, was er sich als Ziel gesetzt hat und verschleiern ihr Wissen nicht hinter nebulösen Abkürzungen und Idiomen.

Die Autoren sind zudem von Haus aus Rechtsanwälte und befassen sich deshalb mit den rechtlichen Problemen von Handlungen im Internet. Das Internet ist für sie kein rechtsfreier Raum. Man gewinnt den Eindruck, daß es sich um ein Generationenproblem handelt. Die technisch versierten Teenager in Amerika scheinen nicht weniger abenteuerlustig und einfallsreich zu sein wie hier in Europa.

Die Technologie der Computer wirft - wie so oft - grundsätzliche Fragen auf. Wo alles möglich ist, wird auch alles gemacht. Eine wirksame Kontrolle von ungesetzlichen und verwerflichen Handlungen kann nach Auffassung der Autoren nur durch eine große Öffentlichkeit geschehen, die am Online-Geschehen aktiv und regulierend teilnimmt.

Langsam werden die Zeitgenossen müde, aus allen Richtungen mit dem Begriff "Revolution" behelligt zu werden. Wer diesen Begriff zum Allgemeinplatz strapaziert, senkt die Erwartungen an einen Band, der die "Digitale Revolution" im Titel führt und großartig "Verheißungen einer vernetzten Welt" zu verkünden verspricht.

Mit einem derart sektiererisch gehaltenen Titel stellt sich der Verlag in die Nähe jener populären Werke, welche in jeder Goldgräberstimmung mit viel lautmalendem Getöse aber wenig Inhalt daherkommen. Studiert man den Schutzumschlag, erfährt man, daß der Band in Amerika unter dem wesentlich zahmeren Titel "The Digital Economy" verlegt wurde. Wenn die offensichtlich tiefgreifenden Folgen für Wirtschaft, Management und Gesellschaft beschrieben werden sollen, wäre etwas mehr Zurückhaltung wünschenswert.

24 Stunden im 21. Jahrhundert" ist an dieser Stelle ein Exot, denn dieses Buch ist lediglich zur geistvollen Unterhaltung aufgeführt. Aber im Reigen der inzwischen unübersichtlichen Literatur über das Internet, liefert es dem unbedarften Neuling nicht nur den "unschuldigen Geist des 21. Jahrhunderts", sondern auch die eine oder andere wirkungsvolle Vision für erfahrene Netizens.

Peter Glaser zeichnet 24 Stunden im Leben eines Mannes auf, der mit dem Internet verwachsen und ihm gegenüber ebenso distanziert zu sein scheint. Er reagiert skurril wie geistvoll auf die Auswüchse des Internet.

Wer also noch Zeit findet, neben Internet-Stöbern noch analoge Medien in Papierform zu sich zu nehmen (vielleicht während der Ladezeiten...), der ist mit diesem kleinen Band bestens bedient. - sum.

L.A. Canter/M.S Siegel: Profit im Internet, 2. Auflage. Metropolitan Verlag, Düsseldorf 1996, 331 Seiten, 58 DM.

Don Tapscott: Die digitale Revolution. Gabler Verlag, Wiesbaden 1996, 383 Seiten, 78 DM.

Peter Glaser: 24 Stunden im 21 Jahrhundert. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1996, 200 Seiten, 20 DM.

Lebensmittel Zeitung, Nr. 5, 31. Januar 1997, S. 69

 
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